
Unterwegs in den Spuren der Weltspitze
Nach der WM-Langdistanz meinten wir noch, dass wir die Frauen-Bahn innerhalb der Maximalzeit absolvieren könnten. Inzwischen sind wir nicht mehr so sicher: Heute haben wir uns nämlich am Helfer-Rennen selber als Athletinnen versucht und festgestellt: So einfach ist der Wald hier nicht.
Im Waldgebiet Uaul Ravanasc, gleich oberhalb des Athletendorfs in Laax, wo auch die Langdistanz-Bahnen gestern passierten, lieferten sich heute die Nicht-Profis ein Rennen. Die Teilnehmenden massen sich auf drei verschiedenen Bahnen, die Malin und Lars Niggli gelegt hatten: Easy, Medium und Hard. Ganz so easy war aber selbst der kürzeste Parcours nicht.
Auch diese Posten hatten es in sich. Wir haben zwei Bahnen getestet – und mehrfach einen Posten verfehlt. Auch wenn wir aus dem Lauf Blasen an den Füssen mitgenommen haben, war es eine tolle Erfahrung, im gleichen Gelände wie die Weltbesten unser OL-Können einzusetzen.
Im Wald waren noch deutliche Spuren der Langdistanz vom Vortag zu finden. Ausserdem trafen wir das hölzerne Logo des Presenting Partners EGK an, das in der TV-Übertragung am Donnerstag zu sehen war. Auch auf unseren Routen entstanden mit der Zeit Spuren, und wir konnten trotz unserem frühen Start davon profitieren. Ebenfalls profitieren konnten wir von den Walderdbeeren und Heidelbeeren, die unterwegs als kleine Snacks dienten.
Die meisten Teilnehmenden kamen erschöpft, aber gut gelaunt im Ziel an und erzählten von müden Beinen und kniffligen Postenstandorten. Die Steigung, die auf dem Hügel nicht zu vermeiden war, wurde mehrfach erwähnt. Wir hörten aber auch, es sei sehr schön und interessant gewesen. Auch einige ganz junge Läufer meisterten die für ihr Alter doch schwierigen Bahnen mit Bravour, während ältere Mitstreiter mehr Mühe hatten.
Obwohl der OL einfach organisiert war, zog er viele Leute an. Neben WM-Helfern waren auch Medienleute und Mitglieder der IOF-Family am Start. Deshalb zeigt auch die Rangliste eine grosse Bandbreite: Unter den rund 200 Teilnehmenden waren von Einsteigern bis zu ehemaligen Weltspitzenläufern. Sogar WM-Athleten ergriffen die Chance auf ein zusätzliches Training. Die Nationalmannschaften von Kolumbien und Südkorea waren am Start. Wie sie erzählten, sei es in ihren Heimatländern schwierig, gutes OL-Gelände zu finden. Diese spezielle Möglichkeit, in der Schweiz OL zu machen, wollen sie deshalb bestmöglich ausnutzen.
Während die meisten Athleten aber am Ruhetag eine OL-Pause machten, konnten die freiwilligen Helfer mal selber OL-mässig aktiv sein – eine tolle Idee. Nun ist jedoch wieder die Weltspitze dran, und es geht weiter mit der Mitteldistanz. Für uns heisst es also: Allen Athleten die Daumen drücken!
Mia & Mara
Mia & Mara: Die beiden 16-Jährigen nehmen euch in der Zeit der OL WM 2023 mit auf eine Reise hinter die Kulissen und beliefern euch täglich mit spannenden Stories rund um das Wettkampfgeschehen – und auch abseits davon.
